Pulverofen DIY Anleitung

Pulverofen DIY Teil 1/2

Der Ultimative Guide um einen Einbrennofen selber zu bauen. Baue jetzt einen Pulverofen, Wärmekammer, Curingofen, oder Trockenkammer temperaturgenau gesteuert selber mit dieser Anleitung.

Schwierigkeit: 7/10
Bauzeit: individuell

Vorwort: Lange war ich auf der Suche nach einem geeigneten größeren Ofen, der auch für den Privatanwender bezahlbar und lukrativ ist. Wie dies bei einer Schnäppchenjagt so ist, landet man schnell auf ebaykleinanzeigen und stöbert was das Zeug hält.

Doch leider fand ich nichts passendes für kleines Geld. Ein professioneller Pulverofen in diesem Größenbereich liegt oftmals im höheren fünf stelligen Bereich und ist somit eher nicht lukrativ für den Privatanwender, der zuhause eine kleine Werkstatt betreibt und zum Spaß bastelt. Somit fiel der Entschluss für mich: Ein Selbstbau muss her! Schließlich kann das ganze nicht so schwer sein.

Wie du eine kostengünstige Lösung baust, die in jede erdenkliche Größe skalierbar ist, zeige ich dir Hier. Obwohl die Anleitung recht detailliert ist, richtet sie sich eher an Fortgeschrittene Bastler und Heimwerker. Trotzdem könnt ihr euch auch als Anfänger an dieses Projekt wagen, wenn ihr euch dies zutraut. Ihr werdet viele neue Sachen lernen, das garantiere ich euch.


Planung

Die Planung ist ein wichtiger Teil beim Bau dieses Projekts. Ich empfehle euch viel Zeit vorab zu investieren. Dies erleichtert euch die Arbeit enorm. Haltet euch in euren Plänen jedoch genügend Freiraum, um auch im nachhinein noch leicht Sachen abändern zu können.

Wie groß ihr euch euren Einbrennofen gestaltet, bleibt euch überlassen. Grundsätzlich kann man sagen, je kleiner desto günstiger gestaltet sich der Bau. Für meine Zwecke benötige in einen Ofen in der Größe von etwa
1500x1000x1000mm (HxBxT). Letztendlich wurden es um Materialkosten zu sparen 1500x1000x1100mm außen, und 1400x900x1000mm innen.

Vorab habe ich mir eine 3D Zeichnung erstellt. Ich selbst habe zum ersten mal mit einem 3D-Programm gearbeitet und mich schnell mit den Basics zurecht gefunden. Natürlich könnt ihr auch klassisch mit Papier und Stift arbeiten.


Die richtige Planung ist das A und O um sich Zeit, Geld und Ärger zu ersparen.

Die Materialliste

Für den Ofen:

  • Trockenbauprofile
  • Verzinkte Stahlbleche 0,5mm-1mm
  • Glasdämmwolle oder Steinwolle
  • Blindnieten
  • Silikon – Hitzebeständig
  • Ofen Dichtschnur
  • Heizelemente
  • Dämmwolle
  • Ventilator
  • Scharniere
  • Spannverschlüsse
  • Hitzebeständige Elektrokabel


Das Grundgerüst

Ihr beginnt damit eure Profile für das Grundgerüst zurecht zu schneiden. Ich habe 50mm Trockenbau Profile verwendet. Diese sind günstig und erfüllen Ihren Zweck. Ich empfehle euch zuerst alles zurecht zu sägen, bevor ihr diese zusammen baut um Zeit zu sparen. Schneiden könnt ihr diese ganz einfach mit einem Winkelschleifer und einer Trennscheibe.


Ein Winkelschleifer sollte in keiner „guten“ Werkstatt fehlen. Dennoch habe ich hier eine kostengünstige Auswahl für dich.

Die fertig zugeschnittenen Profile für das Grundgerüst.

Zum verbinden der Profile verwende ich Blindnieten. Am besten kauft ihr euch direkt 1000 Stück damit diese nicht während dem bau plötzlich aus gehen. Denn nichts ist schlimmer als mitten im Workflow zum Baumarkt zu müssen. Ich habe für den gesamten Pulverofen ca. 600 Nieten benötigt. Diese könnt ihr mit einer einfachen Blindniet-Zange verarbeiten. Ich habe überwiegend 4x10mm Nieten verwendet und einen vorhandenen Restbestand anderer Größen, die ich noch da hatte. Achtet darauf, dass es Nieten aus Alu sind. Diese lassen sich am einfachsten mit einer gewöhnlichen Zange verarbeiten und somit müsst ihr nicht unbedingt Elektro- oder Druckluftzangen kaufen.

Pulverofen Verkleidung

Dieses Konstrukt wird in meinem Fall mit 0,75mm verzinktem Stahlblech verkleidet. Ihr könnt jedoch auch etwas dickere oder dünnere Bleche verwenden. Je dicker das Blech im Endeffekt wird, desto länger wird die Hitze im Blech gespeichert. Wenn Temperaturen über 250 grad Celsius angestrebt werden, würde ich auf 1mm zurück greifen. Mein Ofen wird jedoch hauptsächlich mit maximal 120°C betrieben. Das Material kann beim örtlichen Metallhandel bestellt und auf Wunsch auch direkt zugeschnitten werden. Die Preise können sehr stark variieren und auch von Region sehr unterschiedlich sein – also kann sich hier ein Preisvergleich lohnen. Wer etwas Geld sparen greift auf Standardformate zurück und schneidet diese wie ich selber zu. Zudem hat man dadurch mehr Flexibilität beim Zuschnitt und hat oftmals noch kleine Reste übrig, die sich noch als nützlich erweisen können.

Benötigt habe ich:

  • 3 x Großformatbleche (1500mm x 3000mm x 0,75mm)
  • 2 x Mittelformatbleche (1000mm x 2000mm x 0,75mm)

Durch Vitamin B habe ich ca. 40 % sparen können. Also hier lohnt es sich im Bekanntenkreis rum zufragen. Ich denke fast jeder kennt jemanden, der in einem Metallverarbeitungsbetrieb tätig ist.

Feuerverzinkte Großformat Bleche

Zugeschnitten habe ich alle Bleche mit einer Stichsäge und einem Metall Stichsägeblatt. Kauft direkt mehrere, da diese sehr schnell abnutzen. Der verlinkte Artikel ist ein 10-teiliges Set, womit ihr ausreichend versorgt seid. Denkt bitte an eure Sicherheit und tragt immer Gehörschutz und Schutzbrille! Das schneiden von Metall ist immer mit großem Lärm verbunden. Um ungewollte Schnitte an euren Händen zu vermeiden, solltet ihr beim arbeiten mit dünnen Blechen geeignete Arbeitshandschuhe tragen.

Natürlich könnt ihr die Bleche auch mit einem Winkelschleifer schneiden. Dies benötigt jedoch etwas Übung für gerade Schnitte und deshalb ist die Handhabung mit der Stichsäge für Anfänger in der Metallverarbeitung wesentlich besser geeignet. Achtet darauf, dass die zu verwendende Stichsäge einstellbar in der Geschwindigkeit ist. Die zu verwendende Geschwindigkeit bitte in Vorversuchen herausfinden – meist ist für Metall die kleinste am besten geeignet.

Nach dem Zuschnitt wird jeweils eine Seite der Paneele verkleidet. Zum Verbinden nutze ich wieder Blindnieten.

In das hintere Paneel wird ein Luftkanal eingearbeitet für den Umluftbetrieb. Das ganze funktioniert so, dass ein Ventilator die Luft oben Ansaugt und durch den Kanal in den unteren Bereich des Ofens bläst. Ohne Ventilator würden große Temperaturunterschiede im inneren des Ofens herrschen.


Für den Luftauslass habe ich einfach einige Löcher gebohrt. Für ein perfektes Ergebnis wird vorgekörnt und in verschiedenen Stufen Vorgebohrt und im Nachgang mit einem Kegelsenker entgratet.

Bohrungen für die Luftzirkulation
Zeichnung Seitenpaneel

Die seitlichen Paneele erhalten jeweils einen Ausschnitt für die später eingesetzten Heizstäbe. Ich plane mit 2 Heizstäben, die jeweils gegenüberliegend angebracht werden.

Für die Für das untere Paneel sowie das obere Paneel kante ich die Frontseite jeweils ab. Das gibt einen professionellen Look und schaut einfach sauberer aus. Zudem wird dies später noch nützlich.

Wenn kein Zugang zu einer Abkantbank besteht, kann man >hier< sehen, wie das ganze auch ohne teures Werkzeug funktioniert.

Ich habe das Glück, dass mein Vater im Metallbereich arbeitet und sich privat auch schon so einiges nützliches angesammelt hat was ausrangiert wurde. Unter anderem auch eine alte Abkantbank.





Die beiden seitlichen Paneele können jetzt mit der Unterseite schon mal vernietet werden.



Luftkanal für die Umluftfunktion

Passende Luftkanäle kann man schon fertig kaufen. Da ich jedoch gerne so viel wie möglich selber mache, habe ich mir einfach einen passenden Kanal zurecht gekantet. Links ist der innere Kanal zu sehen und rechts die äußere Verkleidung, in der die Dämmung rein kommt. Dies wird später in weiteren Bildern deutlicher.

Die kaufbaren Optionen findet ihr Preisgünstig auf Amazon. ->>




Die Dämmung der Wärmekammer


Jeder Einbrenn- und Pulverofen benötigt natürlich eine gute Dämmung. Nachdem alle Innenflächen verkleidet und vorbereitet sind kommt die Dämmung ins Spiel. Ich nutze einfache Mineraldämmwolle von Knauf. Diese ist nicht brennbar und somit bestens geeignet. Zwecks besseren Dämmung würde ich im nachhinein 60mm-100mm Stärke empfehlen. Ich selbst habe 50mm benutzt, da ich nicht wusste, wie komprimierbar die Wolle ist.

Nun wird die Außenseite verkleidet und das vorher gefertigte Gegenstück des Luftkanals angebracht und gedämmt.

Die Tür


Die Tür habe ich in der höhe um 1cm kleiner gemacht, um später am Boden genügend Spielraum zu haben, sodass die Tür sauber öffnen und schließen kann.
Den Türgriff habe ich aus resten zurecht gebogen und angenietet.

Ich habe 3 einfache Scharniere verwendet und 4 Spannverschlüsse um die Tür ordentlich verschließen zu können. Achte darauf, dass die Verschlüsse Einstellbar sind. So müsst ihr nicht so genau arbeiten und könnt diese später variabel „festziehen“.




Hitzebeständige Türdichtung
für jede Art von Ofen geeignet

Die Front habe ich mit selbst abgekanteten Blechen verkleidet, damit die Türdichtung besser sitzt und leichtes Spiel hat sauber abzudichten. Ofendichtschnur wird üblicherweise für Kamine verwendet. Sie besteht aus Glasfaser und ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Ich habe eine die folgende 14mm Rundschnur verwendet die bis 550°C einsetzbar ist – also auch perfekt geeignet für einen Pulverofen. Verklebt habe ich das ganze mit Hitzebeständigem Silikon.

Die passenden Heizelemente
für deinen Einbrennofen

Die wohl wichtigsten Komponenten an einem Pulverofen sind natürlich die Heizelemente. Im Prinzip kann jegliche Art verwendet werden – ob aus einem alten Ofen, einer Sauna oder Elektrogrill. Ich habe mich für Heißluft Heizelemente, die üblicherweise in einem Backofen verwendet werden entschieden, da diese zum einem recht kleine Abmessungen besitzen und in meinem Fall mit 2400W Heizleistung pro Stück ordentlich power haben.

Ich habe 2 Stück in Summe verbaut und somit 4800 Watt Gesamtleistung.
Die Verblendung habe ich wie immer aus Resten abgekantet, mit Silikon verklebt und vernietet. Wie man auf dem Bild sehen kann, habe ich auch schon alle Fugen im Innenraum mit Silikon abgedichtet.

Wie viel Watt letztendlich für deinen Pulverofen gebraucht wird, hängt von der Größe des Gehäuses ab. Um komplizierte Formeln zu umgehen, hier eine grobe und einfache Berechnung:

Ideal sind 100 – 150 Watt pro 28 Liter Rauminhalt. Mein Ofen hat etwa 1260 Liter Rauminhalt und laut Berechnung wären 6750 Watt ideal.
Mit 4800 Watt erhalte ich einen Wert von 107 Watt pro 28 Liter und bin somit im Rahmen. Unter 100W/28L würde ich nicht gehen. Es sei denn, es sollen keine wirklich hohen Temperaturen erreicht werden.

Die Heizelemente sind der heißeste Punkt am ganzen Gehäuse. Somit muss der Hinterbau auch entsprechend gedämmt werden. Dazu habe ich mir einfach eine Box gebaut in der die Dämmung ihren Platz findet.

Wer keine Möglichkeit hat dies so zu kanten, kann auch einfach wieder Trockenbau Profile nehmen und mit Blech verkleiden.



Wenn du es bis hier hin geschafft hast, dann bist du dem Ziel nicht weit entfernt einen gut funktionierenden Wärme- Pulverofen zu haben.
Im nächsten Teil handel ich die Steuerung und Elektronik ab und stelle den Ofen fertig.

Lass gerne ein Kommentar da, wenn dir diese Anleitung gefallen hat oder du Anregungen oder Fragen hast. Ich versuche schnellstmöglich auf jeden Kommentar einzugehen.

Zum 2. Teil gehts hier!





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28 thoughts on “Pulverofen DIY Teil 1/2

    1. Hi Vitali.

      Ich danke dir für das Lob. Ja, die Steuerung ist fast fertig. Ich denke nächste Woche werde ich komplett durch sein und dann kommt zeitnah der 2. Teil.

      1. Hallo Simon.
        Das Werk lobt den Meister 😉
        „Saubere“/durchdachte Arbeit, die man(n) nicht verstecken braucht.
        Und darüberhinaus top aufgearbeitet, als Beitrag, inklusive Verlinkung der verwendeten Materialien.
        Bei fast 7kW bist du aus dem 230V und 16A Bereich längst raus, gehst du auf Starkstrom?
        Oder mehrere Stromkreise (ja, ist aufwendig…)
        Sorry, ich hab es ja gelesen, dass du fast fertig bist und dann den Beitrag reinstellen willst…
        du hast mich aber „geködert“, so dass ich kaum abwarten kann.

        1. Genau für leute wie dich und mich, habe ich das ganze dokumentiert. Ich habe selbst eine detaillierte Anleitung im deutschsprachigen raum vermisst und hoffe so einigen leuten helfen zu können. Das ganze ist nämlich garkein Hexenwerk.

          Zum Thema Elektrik: So wie du richtig erkannt hast, wäre das viel zu viel Leistung für eine einfache 230V Steckdose. Ähnlich wie bei einem normalen Backofen habe ich das ganze auf 380V aufgebaut.
          Ich gehe von einem 16A 380v CEE Stecker aus und zwacke dort jeweils 230v ab und verteile das auf 3 Phasen. Jedes Heizelement erhält eine eigene Phase und die letzte freie Phase ist für den Ventilator, Bildschirm und Steuerung zuständig.

          In dem 2. Teil werde ich detailiert auf die Steuerung eingehen jedoch wenig zur allgemeinen Verkabelung sagen, da ich nicht möchte, dass irgendwelche Leien ohne Elektronikerfahrung mit 230/380V experimentieren. Wenn du dahingehend probleme hast, kann ich dir gerne privat über Email weiterhelfen.

          1. Es würde mich definitiv interessieren!
            Auch Schaltschema, die du anwenden willst, nebst der Steuerung.
            Die, die ich gesehen habe (auf die schnelle), sind für 230V ausgelegt…obwohl, wenn man dafür eigene Phase nimmt, passt es wiederum…
            Was mich aber viel mehr interessiert ist, ob man es modular gestalten kann.
            Sprich die Größe (das Volumen) verändern können und entsprechend dem Bedarf einzelne Elemente zuschalten kann.
            Ich habe da eine Fixe Idee, muss aber noch darüber nachdenken, wie es letztendlich aussehen soll, bzw. ob es so umsetzbar ist.
            Aus welcher Ecke kommst du?
            Bzw. hast du Möglichkeit eine P.N. zu schicken?
            Oder brauchst du meine Email Adresse?

          2. Definitiv wäre eine Modulare Bauweise auch möglich aber kompliziert umzusetzen. Zuschaltbare Elemente wären ja recht einfach mit Schaltern realisierbar.

            Ich werde dir eine E-Mail zukommen lassen.

  1. Mahlzeit 🙂

    Ich bin begeistert!
    Schon seit Wochen/Monaten schaue ich hin und wieder nach DIY Anleitungen für Pulver Einbrennöfen (meist englische Seiten) und bin jetzt mehr oder weniger über diesen Artikel gestolpert, wo wie der Zufall es will in etwa die Gleiche Größe an Ofen behandelt wird, wie wir ihn gerne hätten.
    Wir restaurieren nebenbei Quads und mussten feststellen, dass das Lackieren von Rahmen und Anbauteilen nicht unbedingt zu dem gewünschten Ergebnis führt, zudem auch sehr un-effizient ist da ein Großteil der Farbe quasi an den dünnen Rohren vorbei geht.
    Ein gutes Pulver-Set kostet mittlerweile echt nicht die Welt, aber ein passender Ofen geht schon in den 5-Stelligen Bereich…
    Auch meine Idee war es alte Backöfen auszuschlachten und die Heizelemente in ein eigenes Gestell zu implementieren, aber dann kamen die Gedanken wie es dann weitergeht, grade was die Steuerung der Temperatur angeht.
    Ich bin schon sehr auf den zweiten Teil gespannt und würde mich über Details der Steuerung freuen, gerne auch via Mail oder Telefonat 🙂

    An der Stelle schon mal für die geleistete Arbeit Daumen hoch & viele Grüße

    Aaron

    1. Hi Aaron,

      Dankeschön! Auch dafür, dass du dir Zeit genommen hast einen so ausführlichen Kommentar zu schreiben.

      Der 2. Teil ging gerade online. Falls danach noch fragen bestehen sollten, kannst du gerne nochmal einen Kommentar verfassen und dann werde ich dir eine Mail zukommen lassen.

      lg und frohes schaffen
      Simon

  2. Hi Simon!
    Riesen Lob für das, was Du da gebaut hast und noch ein größeres, weil Du das alles mit uns teilst! Ich bin schon seit längerem auf der Suche nach einer brauchbaren DIY Vorlage, aber die meisten hatten irgendwo einen Haken. Dein Konzept macht aber einen sehr gut durchdachten und gleichzeitig pragmatischen Eindruck. Werde mich deshalb bald daran machen, etwas ähnliches auf die Beine zu stellen.
    Eine Frage zur Steuerung hätte ich aber. Die Sache mit dem Raspberry ist zwar cool, aber würde es zur Not nicht auch die Steuerung aus einem Backofen tun? Hast Du das mal angedacht?
    VG
    Thomas

    1. Hi Thomas,
      tatsächlich ist dies so gewollt gewesen so einfach und kostengünstig wie möglich einen Ofen in solch einer Größe zu bauen, der am Ende jedoch auch ohne Abstriche funktioniert.

      Zu deiner Frage: Es kommt ein wenig darauf an, wofür du den Ofen letztendlich benötigst. Natürlich wäre ein Thermostat aus einem alten Backofen auch eine Option für den ein oder anderen. Davon würde ich jedoch eher abraten. Meist sind diese nicht sehr genau. Stattdessen würde ich eher zu einem fertigen PID mit K-Type Sensor und Zeitschaltuhr raten.

      Für mich selber war dies jedoch keine Option, da ich über einen längeren Zeitraum verschiedene Temperaturen anfahre muss – sprich Temperaturkurven sind für meine Zwecke von nöten. Um eine gleichbleibende Prozesssicherheit zu gewährleisten, ist eine genaue Temperatursteuerung für mich unumgänglich gewesen. Dass ich jederzeit von unterwegs kontrollieren kann, was der Ofen gerade treibt – ohne in die Werkstatt zu gehen – ist natürlich „Luxus“ aber ziemlich hilfreich und schön. Ähnliche fertige Systeme habe ich bisher nur für viel Geld in der Industrie gesehen.

      Ob diese Art von Steuerung für dich von nöten ist, oder dir auch ein einfacher PID reicht, hängt ganz allein von deinen Ansprüchen und deinem Einsatzzweck ab.

      LG Simon

  3. Hi, super Arbeit!
    Habe so ein Projekt „Einbrennofen – fürs Pulverbeschichten“ auch schon länger vor. Die Idee mit den Trockenbauprofilen finde ich genial und die Steuerung mit dem Rasperry PI ist natürlich on top!!!

    Was für einen Lüfter verwendest du für die Umluft ? Habe leider noch keinen gefunden, welcher die 200°C dauerhaft aushält

    LG Thomas

    1. Hi Thomas,
      danke Dir für dein Feedback.

      Ich selbst benutze ein günstiges Heizkesselgebläse mit der Isolationsschutzklasse H.
      Dieser schafft meine temperaturen von 120 grad bisher problemlos – würde ich jedoch nicht für 200 grad + einsetzten.

      Es gibt sogenante „Saugzuggebläse“ die in Pelletöfen die Abgase transportieren. (Auch Rauchabsauggebläse oder Abzugsventilator genannt) Diese eignen sich perfekt für solche Temperaturen und sind teilweise schon für unter 100 Euro zu bekommen. Auf so einen werde ich auch umschwenken, wenn mein jetziger den geist aufgibt, oder ich höhere Temperaturen benötige.

      Ansonsten besteht immer auch die Möglichkeit, ein paar alte Umluftventilatoren alter Backöfen zu verbauen. Mit einer langen Welle die das Schaufelrad antreibt, könnte man sich auch selbst einen passenden Ventilator zurechtbasteln -mit einer passenden Konstruktion – sodass der Motor erst garnicht mit Hitze in berührung kommen kann.

      Der Ventilator sollte jedenfalls in der Lage sein, die gesamte Innenluft innerhalb von 1 min. mindestens 2-3 mal umzuwälzen um eine homogene Temperatur zu erzielen.

      Hier passt wiedereinmal der Spruch: Viele Wege führen nach Rom.

      lg Simon

  4. Super tolle Anleitung!!

    So etwas hatte ich schon ewig gesucht!!

    Echt top!

    Habe ich es richtig verstanden das du die hitze „oben“ absaugst und durch den kenn unten wieder zuführst?
    Das musst du machen da sich zb.bei 200 Grad die Heizelemente abschalten und die heiße Luft nach oben steigen würde richtig?Ist das bei einer einbrennzeit von rund 20min doch so relevant?

    Danke für deine Rückmeldung und nochmals top Beschreibung und top Arbeit.

    Lg

    1. Hi Albert, genau so ist es. Die Luft sauge ich oben ab und führe sie nach unten.
      Ich würde immer eine Umluftzirkulation verbauen. Es gibt verschiedene Lösungsansätze dafür.

      Das ganze mache ich um eine homogene Hitzeverteilung zu erhalten. Andernfalls sind enorme Temperaturschwankungen innerhalb des Ofens zu verzeichen.

      Theoretisch können alte Umluftventilatoren eines Backofens verwendet werden.
      Um eine möglichst homogene Temperatur im inneren zu erreichen, sollte die Luft innerhalb des Ofens etwa 2-3 mal in der Minute umgewälzt werden.

      Lg Simon

    1. Ich habe ein günstiges Radialgebläse verwendet, das ich nun mit wenigen Handgriffen so umgebaut habe, dass dieser Hitzebeständig ist.
      Ein Update dazu folgt noch.

  5. Hallo Simon, eine tolle Anleitung hast du da auf die Beine gestellt.
    Was kannst du mir empfehlen, wenn ich 4 Heizstäbe benötige, da wir ein etwas größeren Schrank bauen möchten. Wie soll ich am besten die Heizstäbe anordnen.

    Ach und wie hast du die Verkabelung der Heizstäbe verlegt?

    1. Hallo Roman,

      ab einer gewissen Größe macht es Sinn die Heizstäbe so anzuordnen, dass diese im Luftstrom des Lüfters sitzen. Dadurch erzielt man eine bessere Wärmeverteilung.

      Die Verdrahtung läuft außerhalb mittels Kabelkanälen, damit die Kabel nicht gedämmt sind und stärker belastet werden können.

      Lg Simon

  6. Hey kleiner Tip die Scharniere sind ausverkauft eventuell packst einen neuen Link rein 🙂 Und wäre mega wenn mir mal ne Email schreibst. Cad Dateien gibt es nicht oder? Beziehungsweise Stückliste welche Profile du benutzt hast und welche Längen.

    1. Hi Marco, danke dir für die Info. Werde ich bei der nächsten Gelegenheit aktualisieren.

      CAD Daten als solches gibt es nicht. Ich habe lediglich als Zwischenplanung welche angelegt die jedoch zu spezifisch und unvollständig sind. Somit bringt es nichts, diese zu veröffentlichen.

      Ich hab dir eine Mail zukommen lassen.

      lg Simon

  7. Hallo Simon, vielen Dank für deine Ratschläge, leider kann ich nichts vernünftiges im Bezug auf radial Ventilator im Internet finden. Leider sind die meisten viel zu groß. Kannst du mir ein venti empfehlen?

  8. Super super warum bin ich nicht auf die Idee gekommen ich hab aus der Zinkwanne von ein Öltank benutzt hab aber noch kein plan für die Steuerung bin gespannt wie es weiter geht.

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